In der Fahrzeughalle der Feuerwehr Goslar wurde das neue Hilfeleistungs-Löschgruppenfahrzeug (HLF 20) offiziell in Dienst gestellt. Vertreter der Feuerwehr Goslar und der Ortsfeuerwehren des Stadtverbandes, der Stadtverwaltung sowie der Kommunalpolitik waren zu diesem Anlass eingeladen. Das Fahrzeug präsentierte sich zum Termin gut illuminiert, frisch aufbereitet und einsatzbereit in der Halle und bildete den sichtbaren Mittelpunkt einer Veranstaltung, mit der ein mehrjähriger Beschaffungsprozess seinen formalen Abschluss fand.
In seiner Begrüßung hob Ortsbrandmeister Kevin Schmidt die Bedeutung der Fahrzeugbeschaffung für die Feuerwehr Goslar hervor. Ein neues Einsatzfahrzeug sei weit mehr als eine technische Ergänzung des Fuhrparks. Es stehe für Sicherheit, für das Vertrauen der Stadt in die Leistungsfähigkeit ihrer Feuerwehr und für die Bereitschaft, Verantwortung für den Schutz der Bevölkerung zu übernehmen.
Im Anschluss richtete Oberbürgermeisterin Urte Schwerdtner das Wort an die Gäste. Sie machte deutlich, dass der Fokus des Abends bewusst auf der Übergabe des neuen Einsatzfahrzeugs liege. Die Bestellung des HLF 20 sei bereits im Jahr 2023 erfolgt, die Auslieferung nun – nach den inzwischen üblichen langen Produktionszeiten – abgeschlossen. Umso größer sei die Freude, das Fahrzeug nun offiziell im Namen von Stadt und Rat übergeben zu können. Zugleich nutzte Schwerdtner die Gelegenheit, den ehrenamtlich tätigen Feuerwehrangehörigen ihren Dank auszusprechen. Deren Engagement verdiene Anerkennung, nicht nur bei formellen Anlässen, sondern im täglichen kommunalen Handeln.
Die fachliche Einordnung der Beschaffung übernahm Stadtbrandmeister Christian Hellmeier. Er erläuterte die strategischen Überlegungen, die der Entscheidung zugrunde lagen, und verwies auf frühere Analysen innerhalb der Feuerwehr, die insbesondere im Bereich der technischen Hilfeleistung Optimierungsbedarf aufgezeigt hätten. Vor diesem Hintergrund sei das Konzept entwickelt worden, ein weiteres HLF 20 dauerhaft in den Rüstzug zu integrieren. Planung, Haushaltsanmeldung und Umsetzung seien dabei als langfristiger Prozess angelegt gewesen. Mit einem Beschaffungsvolumen von rund 600.000 Euro sei gezielt in eine leistungsfähige Komponente des Rüstzuges investiert worden, die sowohl den gestiegenen Anforderungen der technischen Hilfeleistung als auch sicherheitsrelevanten Aspekten moderner Einsatzstellen Rechnung trage. Hellmeier dankte in diesem Zusammenhang den beteiligten Funktionsträgern innerhalb der Feuerwehr, den Gerätewarten, der Verwaltung sowie dem Rat für die finanzielle und organisatorische Unterstützung. Dass das Fahrzeug bereits kurz vor Weihnachten in Dienst gestellt worden sei und seither mehrfach im Einsatz war, bestätige die fachliche Richtigkeit der Entscheidung.
In seiner anschließenden Einordnung vertiefte Ortsbrandmeister Kevin Schmidt die operative Bedeutung des neuen Fahrzeugs. Die zunehmende Verbreitung alternativer Antriebe sowie komplexer technischer Systeme im Verkehrs- und Industriebereich stelle Feuerwehren vor neue Herausforderungen. Im Rüstzug bedeute das neue HLF 20 vor allem eines: zusätzliche Schlagkraft. Es ermögliche schnellere Reaktionszeiten, die parallele Bearbeitung mehrerer Einsatzabschnitte sowie verlässliche Redundanzen, wenn Fahrzeuge gebunden oder nicht verfügbar seien. Gerade bei schweren Verkehrsunfällen sei diese Erweiterung der Einsatzmöglichkeiten von zentraler Bedeutung.
Darüber hinaus stelle das Fahrzeug auch im Gefahrgutzug einen deutlichen Zugewinn dar. Neben der vorhandenen Technik spiele insbesondere die verbesserte Logistik, Personalverfügbarkeit und Durchhaltefähigkeit bei länger andauernden Einsätzen eine entscheidende Rolle. Einen besonderen Schwerpunkt legte Schmidt auf den Eigenschutz der Einsatzkräfte. Moderne Fahrzeugtechnik, ergonomisch angeordnete Geräte, leistungsfähige Beleuchtung und aktuelle Sicherheitsstandards trügen wesentlich dazu bei, unter anspruchsvollen Bedingungen sicher arbeiten zu können.
Abschließend verwies Schmidt auf die intensive Ausbildungsphase im Vorfeld der Indienststellung. In den vergangenen Wochen und Monaten sei zusätzliche Zeit investiert worden, um das neue HLF 20 fest in die Alarm- und Ausrückordnung zu integrieren. Sein besonderer Dank galt dabei den Maschinistenausbildern und Multiplikatoren, die in kurzer Zeit eine breite Qualifizierung innerhalb der Wehr ermöglicht hätten. Mit der symbolischen Schlüsselübergabe fand der offizielle Teil der Veranstaltung seinen Abschluss.
Im Anschluss nutzten die Gäste die Gelegenheit zu einem informellen Austausch in der Fahrzeughalle. Bei Kaltgetränken, Bratwürstchen und Kartoffelsalat standen Gespräche, die weitere Besichtigung des neuen Einsatzfahrzeugs und der persönliche Austausch im Mittelpunkt.
HLF 20 – 11-49-10 – Technische Daten
· Fahrgestell: MAN TGM 18.320 4×4 BB
· Abgasnorm: Euro 6 (Euro VI), TG3-Fahrerhaus
· Motorleistung: 320 PS
· Zulässiges Gesamtgewicht: 18 t
· Radstand: 4.200 mm
· Aufbau: Rosenbauer AT3
· Löschmittel:
o 2.000 Liter Wasser
o 120 Liter F-500
· Technische Ausstattung:
o Seilwinde Maxwald, 5 t Zugkraft
o Hydraulischer Rettungssatz Holmatro
· Beladung:
o Normbeladung nach DIN für HLF 20
o Sonderbeladung Gefahrgut inkl. 6 Chemikalienschutzanzügen (CSA)
o Schlauchboot













