Nach einer Pause von 14 Jahren öffnete die Feuerwehr Goslar am Samstag, den 30. August 2025, wieder ihre Türen und Tore für die Bevölkerung. Anlass war das 170-jährige Bestehen der Wehr – und das Interesse war überwältigend: Über den Tag verteilt nutzten schätzungsweise rund 7000 Besucher die Gelegenheit, sich über die vielfältigen Aufgaben, Strukturen und Möglichkeiten der Feuerwehr zu informieren.
Eindrucksvolle Vorführungen
Den Auftakt des umfangreichen Programms bildete am Vormittag die Jugendfeuerwehr, die mit einem vollständigen Löschangriff ein Szenario realitätsnah nachstellte. Unter der Moderation erfahrener Kräfte konnten die Zuschauer den Ablauf einer Brandbekämpfung nachvollziehen und erhielten Einblicke in die Funktion der verschiedenen Trupps. Der gelungene Auftritt war der erste Höhepunkt eines Tages, an dem die Feuerwehrarbeit in allen Facetten sichtbar wurde.
Im weiteren Verlauf demonstrierte die Brandschutzerziehung eindrücklich die Gefahren von Fettbränden sowie Explosionen durch Spraydosen. Diese Vorführungen waren nicht nur spektakulär anzusehen, sondern vermittelten den Gästen zugleich ein wichtiges Bewusstsein für den richtigen Umgang mit alltäglichen Gefahrenquellen. Den Abschluss des Vorführungsprogramms bildete eine realistische Übung zur technischen Hilfeleistung: Unter der Leitung der Einsatzkräfte wurde eine verunfallte Person mithilfe hydraulischer Rettungsgeräte aus einem Fahrzeug befreit – begleitet von fachkundiger Moderation und der Unterstützung des Rettungsdienstes.
Auch die Rettungshunde der Feuerwehr präsentierten ihr Können. Nur wenige Stunden zuvor noch bei einem Realeinsatz im Landkreis Wolfenbüttel im Einsatz, zeigten die Hunde eindrucksvoll, wie zuverlässig sie bei der Personensuche arbeiten. Musikalisch wurde der Tag vom Spielmannszug der Feuerwehr Goslar begleitet, der mit schwungvollen Stücken für eine lebendige Atmosphäre sorgte.
Mitmachen und Ausprobieren
Besonders im Fokus stand die Interaktivität. Die Gäste hatten Gelegenheit, in einem eigens verrauchten Keller unter Zuhilfenahme einer Wärmebildkamera eine Personensuche zu üben und so hautnah die Herausforderungen eingeschränkter Sicht zu erleben. Ein Geschicklichkeitslabyrinth, betrieben mit pneumatischen Hebelkisten, forderte Konzentration und Fingerspitzengefühl. In einer Gefahrstoffstation konnte das Abdichten eines leckgeschlagenen Behälters erprobt werden.
Ein weiterer Höhepunkt war die Möglichkeit, unter fachlicher Aufsicht selbst das hydraulische Rettungsgerät – in diesem Fall einen Spreizer – in die Hand zu nehmen. Viele Besucher stellten überrascht fest, mit welcher Kraft und welchem Gewicht dieses Gerät verbunden ist und erhielten so einen unmittelbaren Eindruck der physischen Anforderungen im Einsatz.
Begeisterung bei den jüngeren Gästen
Die jüngeren Besucherinnen und Besucher kamen besonders auf ihre Kosten. Mit großem Engagement hatten die Teams der Jugendfeuerwehr, der Brandschutzerziehung sowie der Kindergeburtstagsgruppe ein buntes und abwechslungsreiches Programm entwickelt. Zahlreiche Rückmeldungen zeigten, dass gerade diese Angebote für Kinder und Jugendliche als besonders gelungen wahrgenommen wurden. Die Schnitzeljagd mit kleinen Rätseln und Aufgaben, Wasserspiele oder Mitmachaktionen erfreuten sich durchgehend großer Beliebtheit.
Dank und Anerkennung
Ein solcher Tag wäre ohne die Mitwirkung vieler Helferinnen und Helfer nicht möglich gewesen. Ein herzliches Dankeschön gilt allen, die über viele Stunden Führungen durch die Räumlichkeiten anboten, Fragen beantworteten und mit großem Engagement einen Blick hinter die Kulissen der Feuerwehr ermöglichten. Ebenso ist der Einsatz der Kameradinnen und Kameraden hervorzuheben, die für die gastronomische Versorgung sorgten und unermüdlich Kuchen, Pommes, Spezialitäten vom Grill und kühle Getränke anboten.
Ebenso danken wir unseren großzügigen Sponsoren und Unterstützern. Besonders gefreut haben wir uns auch über den Präsentkorb mit Mettwurst, der unserer Wehrführung von einer jungen Familie überreicht wurde.
Ein Tag voller Begegnungen und Einblicke
Neben der breiten Bevölkerung waren auch Delegationen aus den Partnerstädten Beroun (Tschechien) und Aveiro (Portugal) vor Ort. Gemeinsam mit den Feuerwehrangehörigen aus Goslar nutzten sie den Tag, um den Austausch zu vertiefen und die Verbundenheit zwischen den Feuerwehren zu unterstreichen.
Fazit
Der Tag der offenen Tür 2025 der Feuerwehr Goslar war mehr als eine reine Jubiläumsveranstaltung: Er war ein Schaufenster in die Vielfalt der Feuerwehrarbeit, ein Forum für Begegnungen zwischen Einsatzkräften und Bevölkerung sowie ein Erlebnis für Menschen aller Altersgruppen. Mit der Kombination aus Vorführungen, Mitmachaktionen, kulinarischen Angeboten und fachlichen Einblicken setzte die Veranstaltung ein starkes Zeichen für die Bedeutung und die Leistungsfähigkeit der Feuerwehr in Goslar.
Text und Fotos: Michel Langlotz














