Datum: 28. Januar 2026 um 20:25 Uhr
Einsatzart: Zimmerbrand
Einheiten und Fahrzeuge:
Einsatzbericht:
Am Mittwochabend, 28. Januar 2026, wurde die Feuerwehr Goslar um 20:25 Uhr zu einem Zimmerbrand in die Mauerstraße in der Goslarer Altstadt alarmiert.
Beim Eintreffen des Ortsbrandmeisters Kevin Schmidt zeitgleich mit dem amtierenden Brandmeister vom Dienst ,Olaf Laue, befanden sich bereits vier Personen außerhalb des Gebäudes. Beide begannen umgehend mit der Erkundung im Gebäude. Ab dem ersten Obergeschoss herrschte aufgrund der starken Rauchentwicklung Nullsicht; das Treppenhaus war massiv verraucht und nicht mehr begehbar. Der Brandherd befand sich im zweiten Obergeschoss.
Unmittelbar zu Beginn konnte eine Person durch den Brandmeister vom Dienst sowie den Ortsbrandmeister direkt aus dem stark verrauchten Treppenhaus gerettet werden. Auf der Gebäuderückseite war bereits frühzeitig eine erhebliche Rauchentwicklung im zweiten Obergeschoss sichtbar, später schlugen Flammen aus geborstenen Fenstern. Es kam zu einem Flammenüberschlag, sodass das Feuer drohte, auf den Dachstuhl überzugreifen.
Mehrere Personen machten sich an der Gebäuderückseite an Fenstern im ersten und zweiten Obergeschoss bemerkbar. Da das Treppenhaus zu diesem Zeitpunkt nicht mehr nutzbar war, erfolgte die Rettung dieser Personen unter anderem mithilfe von Brandfluchthauben. In mehreren Wohneinheiten mussten Türen aufgrund von Gefahr in Verzug gewaltsam geöffnet werden, da sich einzelne Bewohner zunächst weigerten, das brennende Gebäude zu verlassen.
Nach dem Eintreffen der ersten Löschfahrzeuge wurde die Menschenrettung mit zwei Trupps priorisiert eingeleitet. Teilweise mussten Bewohner über das Treppenhaus getragen werden, da sie nicht mehr selbstständig gehfähig waren. Parallel dazu begann die Brandbekämpfung in der betroffenen Wohnung. Die Einsatzstelle wurde in zwei Brandabschnitte gegliedert: Während der Brandmeister vom Dienst die Brandbekämpfung koordinierte, übernahm Zugführer Baginski die Organisation der Wasserversorgung. Die engen Straßenverhältnisse in der Altstadt sowie die winterlichen Bedingungen mit Minusgraden und Eisbildung stellten dabei eine zusätzliche Herausforderung dar.
Durch das schnelle und koordinierte Vorgehen der Einsatzkräfte konnte der Brand zügig unter Kontrolle gebracht und eine Ausbreitung auf den Dachstuhl verhindert werden, lässt sich Schmidt am Folgetag zitieren.
Aufgrund der Anzahl betroffener Personen wurde MANV (Massenanfall von Verletzten) der niedrigsten Stufe ausgelöst. Diese Alarmierungsstufe dient dazu, bei einer höheren aber überschaubaren Zahl von Betroffenen zusätzliche rettungsdienstliche Ressourcen für Sichtung und Versorgung bereitzustellen. Insgesamt wurden 16 Betroffene registriert. Nach der Sichtung musste keine der betroffenen Personen in ein Krankenhaus transportiert werden.
Die betroffenen Bewohner wurden zunächst im nahegelegenen Restaurant Laddu Gopal untergebracht, wo die Sichtung und Betreuung erfolgen konnte. Für diese unkomplizierte Unterstützung bedankt sich die Feuerwehr ausdrücklich. Das zweite Obergeschoss des Gebäudes ist aktuell nicht mehr bewohnbar, ebenso ein angrenzender Gebäudeteil, der durch den Löschwassereinsatz in Mitleidenschaft gezogen wurde. Die weitere Unterbringung der Bewohner nicht mehr bewohnbarer Bereiche wurde durch das Ordnungsamt organisiert. Aufgrund der glatten Straßenverhältnisse wurde der Bauhof im weiteren Verlauf auch zur Abstreuung der Einsatzstelle nachgefordert.
Nach Abschluss der Nachlöscharbeiten, Belüftungsmaßnahmen und Kontrollen wurde die Einsatzstelle an die Polizei übergeben. Der Einsatz der Feuerwehr Goslar endete gegen 22:36 Uhr. Insgesamt waren 76 Einsatzkräfte von Feuerwehr, Rettungsdienst, dem Energieversorger sowie dem städtischen Bauhof unterstützend im Einsatz.





